unsere Jobs in Norwegen

Nach vielen Reisen nach Norwegen seit 1995 kam 2007 eine einschneidende Änderung. Durch eine Betriebliche Neustrukturierung verlor ich meinen Arbeitsplatz und kam irgendwie auf die Irrsinnige Idee nach Norwegen zu gehen. Ob es die Richtige Entscheidung war kann ich bis heute nicht zweifelsfrei sagen, aber wir haben viel Neues erfahren. Neben Jobs die ich mir nie hätte vorstellen können, Wohnorten die früher dem Urlaub vorbehalten waren bis zu dem Leben als Ausländer. Interessante Erfahrungen die unser Leben sicher bereichert haben.

Hier gibt es einen kleinen Einblick in die Jobs die wir hatten und die Orte an denen wir gewohnt haben.

2007/2008 gingen wir zum Probearbeiten in´s Setesdalhotel am Byglandsfjord. Viel Arbeit war nicht unser Problem, wir haben an Sonntagen ein Buffet für ca. 200 Personen gekocht und aufgebaut, anschließend Kasse, Service, Essen nachfüllen und dann wieder alles saubermachen. Aber der uns gebotene Lohn von 80 NOK/Std. war lächerlich, also hatten wir hier nur ein kurzes Gastspiel, bei dem wir trotzdem schon einiges über das Leben und Arbeiten hier gelernt haben.

Setesdalhotel

2008 hatten wir zur Arbeitssuche ein Ferienhaus bei Lyngdal von Norwegischen Freunden zur Verfügung gestellt bekommen und hatten so Zeit uns in Ruhe umzusehen. Wir schalteten selbst eine Anzeige und bekamen eine Reihe von abbruchreifen Objekten angeboten die wir für viel Geld hätten leihen können, alles Objekte bei denen wir auf eigenes Risiko ohne Anstellung hätten arbeiten sollen. Als wir dann schon abbrechen und nach Deutschland zurückkehren wollten kam ein Angebot aus Farsund. Anstellung als Hausmeisterehepaar mit Dienstwohnung. Also ab nach Farsund und nach kurzer Zeit dann auch den endgültigen Abschied aus Deutschland organisiert. In Farsund hatten wir eine schöne Zeit, obwohl wir entgegen der Zusage nur einen 100% Job und einen 50% Job bekamen bei geringem Gehalt.

Fotos von unserer Zeit in Farsund

Leider war man nicht ehrlich zu uns und da wir nach einem Jahr für die Aufenthaltsverlängerung beide einen vollen Job benötigten suchten wir uns schon wieder neue Jobs.
Diese fanden wir auf Nest-Camping am Byglandsfjord im Setesdal. Hier managten wir so ziemlich alles. Die Buchungen, den kleinen Laden, das Café und auch die Werbung, sowohl den Internetauftritt als auch das Erstellen von Postkarten und Flyern wurde von uns erledigt. Einziges Problem war die Wohnsituation, dazu bekamen wir aber die Zusage dass wir das lösen. Einen Plan dazu hatten wir, aber im zweiten Jahr wurde klar, dass sich nichts ändern würde. Da auch einige andere Unstimmigkeiten bestanden die wir auf Dauer nicht akzeptieren konnten verließen wir Neset nach zwei Jahren wieder.

Neset-Camping

Nach Neset-Camping nahmen wir uns zwei Monate Auszeit und reisten Kreuz und Quer durch Norwegen. Bei einem kurzen Aufenthalt in Deutschland bekamen wir ein scheinbar gutes Jobangebot in der Pfalz. Wir sollten ein Weinlokal führen dass allerdings noch im Umbau war. So hatten wir noch etwas Zeit und gingen 2011 erst mal zurück nach Norwegen. Auf der Ferienanlage Skottevik bei Kristiansand sollten wir im Restaurant in Küche und Service arbeiten. Dies wurde dann ein kurzes Gastspiel, da wir nicht genügend Stunden hätten arbeiten können. Geld mitbringen wollten wir nicht und so nahmen wir die nächsten Jobs an.

Skottevik Feriesenter 2011

Ab nach Leira zum „Strandefjorden Fritidspark“. Hier arbeiteten wir für den Deutschen Inhaber und erledigten so ziemlich alles was in solch einem Betrieb anfällt. Von Rasen mähen bis malen und viel in Küche und Service. Auf dem Platz ist eine Gaststätte und damals stand auch ein großes Festzelt am Fjord in dem regelmäßig Konzerte und Tanz veranstaltet wurden. Hier bekochten wir Hochzeitsgesellschaften bis 95 Personen und auch mal ein Taco Buffet für 600 Personen. Eigentlich wollte man uns gerne hierbehalten, aber wir hatten in der Pfalz zugesagt und dachten wir müssen uns an die Zusage halten.

Leira Sommer 2011 – Strandefjorden-Fritidspark

Ende 2011 ging es dann in die Pfalz um bei den Letzen Umbauarbeiten des Weinlokals mitzuwirken. Nach einigen Wochen ergab sich dann aber, dass wir nicht die Beschäftigung bekommen sollten die ursprünglich geplant gewesen war. Da bei mir auch die Folgen eines Arbeitsunfalles aus 2008 immer mehr Probleme bereiteten zogen wir erst mal nach Bremerhaven, wo ich mich dann zwei Mal an der linken Schulter operieren lassen musste. Evelyn kochte in dieser Zeit in einem Kindergarten. Als ich dann Anfang 2013 wieder einsatzfähig war gingen wir dann wieder zurück nach Norwegen. Wir hatten mit dem Inhaber vom Strandefjorden-Fritidspark in Leira Kontakt gehalten und dieser wollte uns beide gerne beschäftigen. In Leira stellte sich dann heraus dass der Fritidspark anderweitig verpachtet wurde, wir aber privat und auch für den Festzelt Verleih arbeiten konnten.

2013 Leira/Valdres

Unser Arbeitgeber für den wir dann extra wieder nach Norwegen gezogen sind, erklärte dann seine Insolvenz zum 31.12.2013. Warum nur sind wie wieder zurück nach Norwegen? Na ja jammern half halt auch nicht also erneut Job suchen. Evelyn fand eine neue Stelle als Köchin ab 01.01.2014 in der Jotunstogo in Beitostølen. Also erst mal 50km täglich hin und her, oder besser gesagt rauf und runter, denn Beitostølen liegt auf 900m Höhe. Ab 15.01.2014 hatte ich dann auch einen Job in Beitostølen. Als „Heisfører“ (Skilift Steuerung) im Beitostølen Resort. Kurz darauf fanden wir auch eine Hütte die wir mieten konnten. Also mal wieder Umzug.

Beitostølen 2014 – 2016

Nach dem ich dann im Anfang 2015 den ersten und Anfang 2016 einen zweiten Arbeitsunfall hatte und klar war, dass ich nicht mehr auf den Lift klettern und auch nicht mehr 6 Monate im Jahr Schnee räumen kann, entschieden wir uns wieder nach Südnorwegen zu „flüchten“. Da meine Behandlung nicht vorankam und bis heute (08.03.17) nicht absehbar ist ob und wann ich wieder arbeiten kann suchten wir halt eine Stelle für Evelyn. Diese fanden wir dann im „Provianten“, einer Kulinarischen Werkstatt in Mandal. Also mal wieder ein Umzug. Im Provianten übernahm Evelyn dann bald die Bäckerei mit dem Delikatessen Shop und steht etwas weniger in der Küche, was wegen der Arbeitszeiten deutlich besser ist. Jetzt schauen wir mal wie es mit mir weitergeht und ob ich wieder arbeitsfähig werde. Vielleicht gehen wir ja auch bald wieder zurück nach Deutschland.

Provianten Mandal